Kräuterlexikon Waldmeister

Waldmeister einst durch Mönch entdeckt

Waldmeister wurde erstmals im 9. Jahrhundert von dem Benediktinermönch Wandalbert aus Prüm beschrieben. Im Jahr 854 beschrieb er, dass Waldmeister ein hervorragendes Stärkungsmittel bei Mangelerscheinungen nach einem langen Winter sei. Zudem hielt er fest, dass Waldmeister vorzüglich schmecke, wenn er mit Wein aufgegossen würde. Bei diesem Getränk handelte es sich um nichts anderes, als die noch heute bekannte Maibowle.

Waldmeister auch als Herzfreund, Leberkraut oder Maiblum bekannt
Der Waldmeister wächst in Laub und Mischwäldern. Waldmeister gehört zu der Familie der Rötegewächsen (Rubiaceae) und wird im Volksmund auch Herzfreund, Leberkraut oder Maiblum genannt. Die Pflanze wird zwischen 10 cm bis 30 cm hoch. Zwischen  April und Mai erscheinen weiße, duftende Blüten. Waldmeisterblätter wachsen an einem vierkantigen Stängel und sind in Scheinquirlen sternenförmig übereinander gelagert.

Waldmeister im eigenen Garten pflanzen

Wer Waldmeister im Garten anbauen möchte, besorgt sich am besten vorgezogene Pflanzen aus der Gärtnerei, da die Aussaat sehr schwierig ist. Im Garten bevorzugt Waldmeister einen halbschattigen Standort, mit nährstoffreichen, lockeren, humosen und feuchten Boden. Setzen Sie die Pflanzen unter Bäume oder Hecken. Gegebenenfalls können Sie Laubkompost unter die Erde mischen. Fühlt sich der Waldmeister an seinem Standort wohl, breitet er sich schnell aus.

Cumarin verleiht dem Waldmeister seinen typischen Geruch
Der Waldmeister enthält neben Vitamin C auch Gerb- und Bitterstoffe. Wird das Kraut getrocknet oder welkt, entfaltet sich der typische Waldmeistergeruch. Verantwortlich dafür ist das Cumarin. Dieser  Pflanzenstoff entsteht beim Trocknen, durch die Abspaltung des Zuckers Cumaringlykosid. Um den Waldmeister zu trocknen, erntet man ihn vorzugsweise vor der Blüte, bündelt ihn zu kleinen Sträußen und hängt ihn kopfüber an einen sonnengeschützten, trockenen Ort.

Waldmeister-Maibowle

Die Maibowle wird aus zwei Bündeln Waldmeister, 50 g Zucker, zwei Flaschen Weißwein und einer Flasche Sekt zubereitet. Dazu wird der Waldmeister entstielt und die Blätter mit dem Zucker und einer halben Flasche Wein aufgegossen. Das Ganze lässt man zugedeckt für 30 Minuten ziehen. Danach wird die Vorbowle in ein kalt gestelltes Bowlengefäß abgeseiht und mit dem restlichen gekühlten Wein und Sekt aufgegossen.

Waldmeister-Tee

Ein Tee aus getrocknetem Waldmeister gilt als herz- und magenstärkendes Mittel. In der Heilkunde wird der Waldmeister Tee, durch die krampflösende Wirkung bei Leibschmerzen sowie durch die beruhigende Eigenschaft bei Schlafstörungen, geschätzt.

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